Die Plesk-Oberfläche läuft normalerweise über Port 8443 (http://www.meinserver.de:8443) bzw. unverschlüsselt über Port 8880. Nun kann es vorkommen, dass in Unternehmen z.B. durch Firewalls oder Proxy-Server diese Ports nicht zugänglich sind. Dann kann es sinnvoll sein, diese zu ändern und Plesk über die üblichen Ports 443 bzw. 80 laufen zu lassen. Da diese Ports jedoch schon für den Apache-Webserver genutzt werden, können wir sie so nicht mehr verwenden. Wir brauchen daher eine zweite IP. Die erste für den Apache, die zweite für Plesk.
Anleitungen, um die IP und den Port für Plesk zu ändern, gibt es reichlich im Netz, jedoch funktionieren diese für Plesk 9.x nicht mehr.

Daher hier eine Aktualisierung:
Plesk verwendet neuerdings für das Control-Panel "lighttpd". Die Konfigurationsdatei dazu ist unter etc/sw-cp-server/applications.d/plesk.conf zu finden. Die Änderungen hier sind relativ simpel. Vorgegeben sind dort zwei "Sockets". Plesk übernimmt im Normalfall alle aktiven IPs, daher steht dort nur
Code:
$SERVER["socket"] == ":8443"
Wir änndern an dieser Stelle also nun den Port auf z.B. 443 und gleichzeitig auch die IP-Adresse (hier als Beispiel 123.123.123.123). Dann sieht das ganze so aus:
Code:
# Do not forget to repeat all your changes in the section for port 8880
$SERVER["socket"] == "123.123.123.123:443" {
   [...]
}
Vor diesem Block steht schon der Hinweis, dass wir das gleiche auch für Port 8880 ändern müssen. Wir suchen also auch dafür den Block und ändern diesen in
Code:
$SERVER["socket"] == "123.123.123.123:80" {
   [...]
}
Das war es prinzipiell schon, jetzt müssen wir nur noch den Plesk-Webserver neustarten:
/etc/init.d/sw-cp-server restart
Und schon sollte es laufen.
Jetzt sollte im Browser das Plesk-Panel über https://123.123.123.123 erreichbar sein. Wenn nicht, dann kann das folgende Ursachen haben:
a)Die IP 123.123.123.123 wird von einer Firewall blockiert
b)Der Dienst läuft nicht rund (kommen beim Restart Fehlermeldungen?)

Wer jetzt gerne Plesk über eine Domain oder Subdomain erreichen möchte, der muss diese nicht auf seine Standard-IP sondern auf die spezielle IP für Plesk umstellen.

Im Normal-Fall müsste jetzt auch die Apache-Konfiguration geändert werden. Denn der Apache muss die andere oder die anderen IPs übernehmen (z.B. 789.789.789.789), nicht jedcoh die Plesk-IP (123.123.123.123). Überall wo z.B. "Listen 80" steht muss dann
Code:
Listen 789.789.789.789:80
stehen.
Seit Plesk 9.x steht das im Apache-Verzeichnis jedoch an irrsinnig vielen stellen (unter anderem auch unter /etc/apache2/conf.d). Wer sich die Arbeit macht, dort alles zu ändern, der wird merken, dass Plesk beim nächsten Update alles wieder überschreibt und doch wieder alle IPs drin stehen.

Das erstaunliche ist (da reicht mein technisches Wissen nicht mehr), dass der Apache auch fehlerfrei läuft, obwohl die Plesk-IP mit verwendet wird. Der Port 123.123.123.123:80 wird somit also vom Plesk-Webserver und vom Apache bedient, was eigentlich nicht sein soll/kann.

Solange es jedoch keine Fehlermeldungen gibt, beende ich das mini-Howto an dieser Stelle und lass es so laufen.

Falls es Ergänzungen und/oder Verbesserungen gibt, bin ich über jeden Ratschlag dankbar.

Viele Grüße
mrknister

P.S. alle Pfadangaben stammen von meinem Server mit Plesk 9.0.1 und SuSE 10 mit Apache. Abweichungen sind durchaus möglich.