Plesk bringt einen eigenen DNS-Server (BIND) mit – aber ob man ihn nutzen sollte, hängt vom Setup ab. Dieses Tutorial erklärt die drei gängigen Varianten und die wichtigsten Handgriffe in der Plesk-DNS-Verwaltung.
Variante 1: Plesk verwaltet das DNS komplett
Plesk betreibt den autoritativen Nameserver für die Domain.
Einrichtung:
- Beim Registrar die Nameserver auf den Plesk-Server stellen (z. B.
ns1.example.com/ns2.example.comals Glue-Records auf die Server-IP) - In Plesk unter Websites & Domains → DNS-Einstellungen die Zone pflegen
Vorteil: Alles aus einer Hand – Let’s-Encrypt-Wildcards, DKIM-Records usw. trägt Plesk automatisch ein.
Nachteil: Ein einzelner Server als einziger Nameserver ist ein Single Point of Failure. Fällt der Server aus, ist auch das DNS weg – und damit z. B. auch Mail-Routing zu externen Diensten.
Variante 2: Externer DNS (empfohlen für die meisten Setups)
Das DNS bleibt beim Registrar/Anbieter (Cloudflare, Hetzner DNS, INWX …), Plesk verwaltet nur Web und Mail.
Einrichtung:
- In Plesk unter Websites & Domains → DNS-Einstellungen den DNS-Dienst für die Domain deaktivieren (oder ignorieren)
- Beim DNS-Anbieter die nötigen Records von Hand pflegen:
| Record | Typ | Wert |
|---|---|---|
example.com |
A | Server-IP |
www |
CNAME | example.com |
example.com |
MX | mail.example.com (Prio 10) |
mail |
A | Server-IP |
| SPF/DKIM/DMARC | TXT | siehe Mail-Tutorial |
Vorteil: Robust (Anycast-DNS der Anbieter), unabhängig vom Serverstatus.
Nachteil: Records müssen manuell synchron gehalten werden (v. a. DKIM beim Aktivieren nicht vergessen).
Variante 3: Plesk als Primary, externer Secondary
Der Mittelweg: Plesk bleibt Master der Zone, ein externer Dienst (z. B. der Secondary-DNS des Hosters) zieht die Zone per AXFR.
- In Plesk unter Tools & Einstellungen → DNS-Vorlage → Zonen-Transfer die IPs der Secondary-Server für AXFR freigeben
- Beim Registrar sowohl den Plesk-Nameserver als auch die Secondaries eintragen
Die DNS-Vorlage anpassen
Unter Tools & Einstellungen → DNS-Vorlage definiert man, welche Records jede neue Domain automatisch bekommt. Platzhalter wie <domain> und <ip> werden ersetzt. Wer z. B. standardmäßig kein webmail.-Subdomain-Record braucht, entfernt ihn hier einmal zentral. Änderungen lassen sich anschließend auf bestehende Zonen anwenden („Änderungen auf alle Zonen anwenden").
Nützliche Prüfbefehle
dig A example.com @8.8.8.8 # Was sieht die Welt?
dig MX example.com +short
dig NS example.com +short
dig AXFR example.com @ns1.example.com # Funktioniert der Zonentransfer? (nur von erlaubten IPs)
Welche Variante nutzt ihr – Plesk-DNS oder extern? Erfahrungen gern hier teilen.